Weiterentwicklung

Am 31.12. 2016 endete die Doppelstruktur AFA/BVA durch Auflösung des Vereins „Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Atempädagogik und Atemtherapie e.V.“; es wird seitdem intensiv an der Weiterentwicklung des „Berufsverband für Atempädagogik und Atemtherapie e.V.“ (BVA) gearbeitet. Als Interessengemeinschaft ihrer Mitglieder greift der BVA sowohl inhaltliche, als auch berufspolitische Themen auf. Er vertritt die Mitglieder und die eingebundenen Lehrweisen nach außen.
Zurzeit sind ca. 600 AtemtherapeutInnen / AtempädagogInnen Mitglied im Berufsverband. Sie sind in vielen medizinischen, pädagogischen, psychotherapeutischen und/oder künstlerischen Bereichen und Einrichtungen tätig:

  • In Schulen und Kindergärten
  • In Krankenhäusern, Kurkliniken und Arztpraxen
  • In Unternehmen, die gesundheits- und persönlichkeitsförderliche Ziele verfolgen
  • In Musikhochschulen und Schauspielschulen
  • In psychosozialen Beratungsstellen
  • In Sportvereinen
  • In Gesundheitszentren
  • In eigener Praxis

Forschung und Bildung

Der Berufsverband plant und veranstaltet in verschiedenen Städten Deutschlands Fortbildungen für die Mitglieder. Sie ist sich der Qualitätssicherung für Ihre Mitglieder verpflichtet.
Im Regelfall dauert die Ausbildung zum Atem- und Leibpädagogen bzw. zum Atem- und Leibtherapeuten mindestens drei Jahre. Das Curriculum legt den Unterricht in praktischem und theoretischem Wissen verschiedener Fachbereiche, wie z.B. Atemlehre, Psychologie, Anatomie und Pädagogik fest. Darin enthalten sind insgesamt rund 800 Stunden leiblicher Erfahrung, die sich wie eine Analyse auf atem- und leibtherapeutischer Ebene einschätzen lässt.
Die Ausbildung schließt neben dem Schuldiplom bzw. einem staatlichen Diplom (nur Schule Schlaffhorst-Andersen) mit dem AFA®-Zertifikat ab. Der hohe Ausbildungsstandard bezüglich Kenntnisstand und Persönlichkeitsbildung gewährleistet den verantwortungsvollen Umgang mit Klienten / Patienten auf physischer und psychischer Ebene.
Der Berufsverband unterstützt außerdem verschiedene Forschungsprojekte, die sich mit der wissenschaftlichen Darstellung von Atemtherapie und ihrer Wirksamkeit auseinandersetzen. Kontakte zu verschiedenen Wissenschafltern mit dem Ziel von Informationsaustausch und Kooperation werden gepflegt.

Historie

Auf Initiative von Dr. Ludwig J. Schmitt haben sich im Jahr 1958 die in Deutschland tätigen Atemtherapeuten in Freudenstadt zur AFA (Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Atempflege e.V.) zusammengeschlossen.
Viele Einzelkämpfer und unterschiedliche Methoden fanden sich in den vergangenen Jahren im Verein wieder, wie z.B. Eutonie Gerda Alexander, Initiatische Therapie nach Prof. Dr. Karlfried Graf Dürckheim, Funktionelle Entspannung, Cornelis Veening, Alice Schaarschuch, Schlaffhorst-Andersen, Ilse Middendorf u.v.a.
2003 ist aus der Arbeits- und Forschungsgemeinschaft (AFA) heraus ein Berufsverband (BVA) entstanden, der die beruflichen Interessen seiner Mitglieder nach außen vertritt.
Nach einem halben Jahrhundert atemtherapeutischer Arbeit und vielfältiger Verbandsaktivitäten gilt noch immer, was Dr. Karl Otto Kuppe (Gründungsmitglied) zu Beginn der AFA 1958 schrieb: „Atemerziehung bedeutet Entwicklungs- und Reifungsprozess (…). Der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts hat die Beziehung zu diesen Wurzeln (er bezieht sich auf das Erzieherische alter religiöser Rituale) verloren, deshalb ist er atemlos geworden. Gerade darum müssen diejenigen, die um diese Dinge wissen, sie weiter tragen (…), wir müssen scharf und kritisch beobachten lernen, was die moderne Forschung auf diesem Gebiet an Ergebnissen zeitigt. Dieser Weg führt in die Vielfalt der Dinge. Unser Ziel aber bleibt die Synthese!“